Ein Gastbeitrag von Frank Jones, von Mr.Jones – Bock auf Mukke!

Ja ok, ich war nicht ganz unbedarft. Jahrelang habe ich in einer Musikkapelle mit meinem Horn vor dem Schlagzeug gesessen und Nachschlag gespielt (die Töne 2 und 4 im Takt), stets die Schießbude im Rücken.

Rhythmusgefühl war also schon immer da. Durch meine Ausbildung an der Trompete konnte ich Noten lesen und war fast jedes Wochenende mehrfach auf der Bühne.

Das Schlagzeug hat mich früher nie interessiert, im Rhythmus auf Trommeln rumkloppen war nicht meine Erfüllung. Ganz hinten sitzend, wo man schon fast nicht mehr dazu gehört.

Als bekennender die Ärzte-Fan sah ich aber auch, dass man nicht zwangsläufig irgendwo hinten sitzen muss. Man kann mit dem Schlagzeug auch mittendrin sein und parallel singen.

Die Jahre gingen ins Land. Beruflich war ich sehr viel unterwegs, fast 7 Jahre in meinem Leben hatte ich keine Zeit um Musik zu machen. Als ich aus dem weltweiten Technikerjob ausgestiegen bin, war es wieder da. Dieses Gefühl, was süchtig macht. Ich wollte wieder Musik machen!

Ich wollte Schlagzeug lernen und im Stehen spielen. Also wälzte ich mich zuerst durch die Internetforen, auf der Suche nach dem richtigen Buch. Ich brauchte ein Schlagzeug. Ich dachte digitale Drums wären das Richtige, um erst einmal raus zu finden, ob das Schlagzeug und ich Freunde werden können.

Die digitalen Drums waren der falsche Weg um Schlagzeug zu lernen. Ein absoluter Fehlschlag. Die Einheit war einfach zu ungenau. Doppelte Schläge klangen wie einfache und umgekehrt. Durch Tipps aus dem Forum landete ich dann beim DW Smartpractice Kit, da ich zu der Zeit das Problem hatte, nahezu geräuschlos spielen zu müssen. Ein E-Drumset war mir für den Anfang zu teuer, schließlich wusste ich ja nicht, ob Schlagzeug spielen „meins“ ist.

Damit fing ich an zu üben. Stundenlang. Und ich wurde besser. Also nahm ich Stunden bei einem Lehrer für ein halbes Jahr. Dieser gab viele Tipps und korrigierte Spiel- und Technikfehler. Ich übte und übte und übte.

Die Wohnsituation entspannte sich, ich kaufte mir ein akustisches Set und übte weiter. Nach einem Jahr gründete ich mit einem Arbeitskollegen eine Band. Wir suchten noch ein paar Leute dazu und fingen an zu spielen.

Das ist nun viele Jahre her. Ich habe es nie bereut, noch einmal von vorn anzufangen und mir ein neues Instrument anzueignen. Trompete und Horn spiele ich immer noch.

Wenn du überlegst ein Instrument zu erlernen, zögere nicht. Informiere dich, probiere es aus.

Das Ausprobieren ist sehr wichtig bevor du dich entscheidest. Nicht jedes Instrument liegt einem. Ich hätte sehr gerne Gitarre gespielt, habe durch ausprobieren aber sehr bald für mich festgestellt, dass Saiteninstrumente nichts für mich sind. Möglichkeiten, Musikinstrumente auszuprobieren gibt es zu genüge. Ob Schnupperstunden in Musikschulen, oder Musikvereinen, Musikgruppen uvm., Gelegenheiten gibt es viele.

Wenn du festgestellt hast, dass du dein Instrument gefunden hast, kommt der nächste Schritt. Informiere dich über das Instrument. Was kauft man als Anfänger, kann man es als Autodidakt lernen oder benötigt man einen Lehrer? Was für Kosten kommen auf mich zu, wo kann ich üben?

Ein akustisches Schlagzeug in einem 6 Parteien Haus wird bestimmt die Nachbarn zu guten Freunden machen. Wenn du mit Musik noch gar nichts zu tun hattest, kannst du z.B. über Bongos in den Rhythmus einsteigen. Oder gleich mit einem elektronischen Drumset (E-Drums).

Unterschätze die Musik nicht, Musikmachen, ohne dich abschrecken zu wollen, ist ein teures Hobby. Der Einstieg ist oft günstig, aber hast du erst mal das Funkeln in den Augen und Blut geleckt, bist du schon auf dem Weg in den Kaufrausch. Ziemlich schnell wird dir das Einstiegsinstrument nicht mehr ausreichen und du willst mehr. Musik selber machen ist ein Virus. Einmal infiziert hört es nie wieder auf.

Oftmals reicht dir nicht mal das eine Instrument aus. Du denkst schon darüber nach, wie du die nächsten Anschaffungen über die Haushaltskasse finanzieren kannst. Glaub mir, ich weiß wovon ich spreche.

Ich hatte mir zuerst ein Akustik-Set gekauft. Mein Traum war es aber immer, im Stehen zu spielen. Also legte ich mir noch ein Cocktail Schlagzeug zu. Dies ist mir aber als Standschlagzeug auch schon wieder zu klein und ich überlege, wie ich mir ein größeres zusammenstellen kann, ohne mich finanziell zu ruinieren. Die Felle klingen nicht mehr gut genug, andere müssen her. Es gibt immer etwas zu optimieren.

Wie du siehst, Musik steckt an. Aber: Auch bei mir gab es Zeiten, in denen ich am liebsten die Sticks in die Ecke geschmissen hätte. Wieder mal eine Übung, die einfach nicht gelingen wollte. Jedes mal habe ich den selben Spielfehler gemacht. Hilft dann alles nichts, dann musst du eine Pause machen und dir Ruhe gönnen. Das Lustige daran ist, setzt du dich am nächsten Tag wieder ans Schlagzeug, geht die Übung plötzlich von ganz allein.

Lass dich also nicht von deinem Weg abbringen, wenn es mal nicht so läuft, es gibt Tage da klappen die Übungen und es gibt Tage, da kannst du dich anstrengen so doll du willst, es will dir nicht gelingen. Es wird auch Phasen geben, in denen du keinen Bock auf dein Instrument hast. Das ist aber nicht schlimm, das gehört dazu.

Mittlerweile baue ich Trommeln selber und suche nach Wegen, wie man Kindern das Musik machen näher bringen kann. Heute ist es noch einfacher als früher, sich den ganzen Tag berieseln zu lassen und den Hintern auf der Couch zu lassen.

Lass dich nicht von deinem Weg abbringen und du wirst viel Spaß abseits von Fernsehen, Smartphone und Playstation haben.

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